Zusammenfassung

  • Rene Adler trifft erstmals auf seinen Ex-Verein Hamburger SV.

  • Torwart ohne Groll: "Fünf Jahre kann man nicht einfach wegwischen - und das will ich auch nicht"

  • In Mainz ist der 32-Jährige bereits bestens angekommen – als Leistungsträger und Vorbild

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Mainz - Beim Rendezvous mit der alten Liebe erwartet René Adler Herzklopfen. "Ich werde schon nervös sein vor dem Aufeinandertreffen", verriet der Torhüter des 1. FSV Mainz 05 schmunzelnd. Sein Blut in Wallung bringt das Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub Hamburger SV, das am Samstag erfolgt.

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Eine Grundnervosität ist Adler vor dem Aufeinandertreffen gar nicht so unrecht: "Wenn eine gewisse Anspannung vorherrscht, dann ist man einfach wacher. Ich werde alles daran setzen, dass wir sie schlagen", sagte der 32-Jährige der Bild-Zeitung vor dem Duell. Der Abschiedsschmerz nach fünf Jahren (2012 bis 2017) mit Höhen und Tiefen beim Bundesliga-Dino ist längst vergangen. In Mainz hat sich Adler mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Lilli Hollunder, seit seinem Wechsel im Sommer prächtig eingelebt.

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Dass sich das Fußballer-Leben in Rheinhessen wesentlich unaufgeregter gestaltet, hat der Ex-Nationaltorhüter in den vergangenen Monaten dankbar registriert. Erst neulich ging er nach mit Teamkollegen zum Döner-Essen nach Mainz - in voller 05er-Montur. "Keinen hat es gestört", meinte Adler fast verwundert.

Ganz anders in Hamburg, wo er einst bei einem Ausflug im HSV-Trainingsanzug ins Schanzenviertel sofort von einem Radfahrer beschimpft wurde. "Man verkriecht sich dann lieber", erklärte der gebürtige Leipziger, der im Sommer nach insgesamt 129 Einsätzen keinen Vertrag mehr beim HSV bekommen hatte. Seinen Stammplatz hatte er zuletzt an Christian Mathenia verloren.

Adler: "Fünf Jahre kann man nicht einfach wegwischen"

Bei der Aufarbeitung des Abschieds gibt sich Adler nüchtern: "Gewisse Dinge" seien eben "eingeschlafen". Verhältnisse nutzen sich eben ab mit der Zeit. "Vielleicht wusste der Spieler oder der Verein nicht mehr, was man voneinander hat", sagte er dem kicker, wenngleich er keinen Groll gegen den Traditionsklub hegt: "Fünf Jahre kann man nicht einfach wegwischen - und das will ich auch nicht."

Mehr als einen Koffer hat Adler trotz allem noch in Hamburg. Das vergangene Wochenende verbrachte er mal wieder in der Stadt, in der die Adlers ein Haus im Stadtteil Roter Baum besitzen und in die sie auch irgendwann zurückkehren wollen. Das Schmuddelwetter im Norden allerdings erleichterte dem Schlussmann den jüngsten Abschied aus der Hansestadt. "In Mainz ist es im Schnitt 5,6 Grad wärmer als in Hamburg. Die ewig steife Brise gibt es hier nicht", berichtete Adler zufrieden.

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In der neuen Heimat wird er längst geschätzt und gilt als absoluter Leistungsträger. "Er ist ein besessener Profi, sehr fleißig und gewissenhaft", sagte FSV-Trainer Sandro Schwarz.Adler, der mit einem Mentalcoach ("Sparringspartner") arbeitet, würde sogar einem möglichen Nationalmannschafts-Comeback für die WM in Russland 2018 offen gegenüberstehen. "Natürlich wäre es eine Riesengeschichte, vor allem, weil ich ja zwei Weltmeisterschaften verpasst habe", sagte der ehemalige Leverkusener.

Von einer Nominierung geht aber nicht aus: "Ich kann guten Gewissens Urlaub machen." Ein Abstecher nach Hamburg wird sicher auch in der Sommerpause auf dem Plan stehen. Alte Liebe rostet nicht.

SID